Die blutige Herberge

Habt Ihr von dieser Spelunke gehört? Seltsame Dinge sollen dort vor sich gehen! Man sagt….die Besitzer haben den einen oder anderen nicht nur um ihr Geld erleichtert! Wenn ihr versteht was ich meine…

Die blutige Herberge

Publisher: Pearl Games
Design: Nicolas Robert
Artist: Luis Francisco, Weberson Santiago
Spieler: 1-4
Dauer: 30-60 min
Alter: 14+
BGG: https://boardgamegeek.com/boardgame/180593/bloody-inn/versions

Hintergrund und Motiv

Eine Herberge in einer abgelegenen Gegend in Frankreich um 1831, die sich, wegen ihrer Verkehrslage, großer Beliebtheit erfreut. Gut gelegen für Durchreisende aber auch für Leute aus der Gegend um, so wie man es in einer (Würfel-) Spelunke erwarten kann, gut umsorgt zu werden – wären da nicht die gierigen und finsteren Betreiber (Spieler), welche mit den armen Gästen gutes Geld verdienen wollen – notfalls auch deren Ableben in Kauf nehmen – von daher erklärt sich auch der Name des Spiels.

Komponenten und Setup

Das Spielbrett, die Schlüsselmarker und die Scheckplättchen sind aus stabilem Karton, die Marker zum Feststellen des Standes auf der Geldleiste sind aus Holz. Die Karten haben ebenfalls eine gute Qualität. Auffallend sind, entsprechend dem Thema und auch auf dem Spielcover zu bestaunen, die sehr düsteren und thematisch hervorragend gezeichneten Abbildungen der unterschiedlichen Gäste.

Der Spielaufbau geht sehr rasch und einfach von der Hand. Jeder Spieler bekommt die Schlüsselblättchen, den Markierstein und die Spielhilfekarte in seiner Farbe sowie 2 Gästekarten „Bauer/in“ aus dem Gästekartenstapel. Begründet durch die Spieleranzahl und der gewünschten Dauer des Spiels (kurz/lang), werden Spielkarten aus den Gästekarten entfernt und der übrige Stapel, mit der lebendigen Seite der Gäste nach oben, auf den Eingangsbereich der Herberge (links vom Spielbrett) gelegt. Anschließend legt jeder Spieler seinen Spielstein auf „5“ der Geldzählleiste und einen Schlüsselmarker seiner Farbe auf eine noch freie Tür der Herberge (Felder 1-8 auf dem Spielplan), wobei die Position egal ist. Danach werden für ein 2- oder 3-Spieler-Spiel 3 und bei einem 4-Spieler-Spiel 4 graue Schlüsselmarker (ohne Besitzer) auf freie Türen verteilt.

Zuletzt werden die Scheckmarker gut erreichbar für die Spieler neben das Spielfeld gelegt und der „gierigste“ Startspieler ermittelt.

Gameplay und Mechanik

Der Spielablauf gliedert sich in eine Abendphase (Begrüßung der Gäste), eine Nachtphase (Aktionen der Spieler) und eine Morgenphase (Rundenende).
In der Abendphase zieht der Startspieler jeweils die oberste Karte von Kartenstapel und wählt ein noch freies Zimmer um den Gast dort einzuquartieren (die Karte wird zur jeweiligen Tür am Spielbrett gelegt) bis alle Zimmer besetzt sind.
In der Nachtphase kann jeder Spieler, beginnend beim Startspieler, seine zwei Aktionen (zuerst jeder Spieler reihum eine und anschließend die zweite Aktion) ausführen.

Jeder Spieler kann „einen Gast bestechen“ und somit seine Handkarten erweitern, Anbauten errichten, welche neben einen eventuellen Effekt vor allem die Möglichkeit bieten etwaige Leichen zu verstecken (man will ja nicht gleich dem Totengräber sein wohl verdientes Geld hinterher werfen!^^), einen Gast umbringen (jaja – die Gier^^) oder eine Leiche zu beerdigen. Diese vier Aktionen funktionieren grundsätzlich gleich, sodass man die Kartenanzahl entsprechend der Stärke der Zielkarte ausspielt und nur jene Karten wieder retour bekommt, welche mit dem jeweiligen Symbol oben rechts versehen sind (oben rechts):

Geld = Anwerben
Maurerkelle = Anbau errichten
Gast umbringen = Pistole
Leiche beerdigen = Sarg

Karten die nicht das entsprechende Symbol aufweisen werden abgelegt (Bauern in die Gaststube und alle übrigen zum Ausgangsstapel rechts vom Spielbrett). Weiters können Spieler auch noch passen und den verschlagenen Notar des Dorfes ersuchen das ergaunerte Geld zu waschen.

In der Morgenphase kann es zu polizeilichen Ermittlungen kommen, sofern ein Ordnungshüter noch in einem Zimmer weilt und wenn eine Leiche – quasi unvergraben – vor einem Spieler ausgelegt ist, die Spieler knüpfen den Glücklichen, welche die Nacht überlebt haben noch einen Geldwert ab und müssen für ihre Handlanger (Handkarten) bezahlen. Damit endet eine Runde. Diese Schritte wiederholen sich bis der Stapel im Eingangsbereich leer ist und der verbleibende Stapel des Ausgangsbereich nochmals auf den Eingangsbereich gelegt und durchgespielt wird – danach endet das Spiel. Gewonnen hat der Spieler, dessen Geldwert insgesamt (Geldleiset + Scheckmarker + „Stärke 3 Gebäude“ (sofern sie Geld bringen) am Höchsten ist.

In der Beschreibung finden sich noch weitere Spielvarianten, welche neben einer Solo-Variante auch die Möglichkeit eines einfacheren Einstiegs in das Spiel bieten.

Meine Gedanken und Meinung…

Die Blutige Herberge bietet die Möglichkeit, ähnlich wie „Who should we eat?“, ein morbides Spielthema mit entsprechendem Design und einfachen Mechaniken, durchaus auch humorvoll, auf den Tisch zu bringen.
Die Regeln sind gut aufbereitet und lassen kaum Fragen offen. Das Spielthema und auch die Spieleraktionen richten sich auf jeden Fall nicht an Kinder sondern Jugendliche und Erwachsene. Für mich persönlich richten sich die einzelnen Aktionen zu sehr auf das Optimieren der eigenen Kartenhand bzw. seiner Auslage und zu wenig auf das Stören/Interagieren mit seinen Mitspielern, was für mich bei einem kompetitiven Spiel den Spielspaß generiert.

Alea iacta est
Euer Bernie

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