Nemesis von Awaken Realms – Eine ungeplante Reise ins Nichts

Nemesis by Awaken Realms

Spiel: Nemesis
Verlag: Awaken Realms
Autor: Adam Kwapinski
Spieler: 1-6
Dauer: 90-180 Min.
BGG: https://boardgamegeek.com/boardgame/167355/nemesis

Nemesis – SF-Horror wie es sein soll…
Schon mal vorweg – wer SF-Horror-Settings mag und die Alien-Filme schätzt, wird von dem Spiel begeistert sein. So ist es auch bei uns schon einige Male auf den Tisch gekommen. So ist es auch bei uns schon einige Male auf den Tisch gekommen.

Bernies Perspektive, aus seinem Rollstuhl bewaffnet mit einem Bürotacker:

Bernie, Wissenschaftler auf zwei Rädern

Konkret darf ich aber die Ereignisse jenes verhängnisvollen Abends schildern, wo ein ambitionierter Wissenschaftler und ein draufgängerischer Soldat nichtsahnend aus dem Kälteschlaf erwacht sind um… nun ja… jeder sein eigenes geheimes Ziel (daher wohl auch der Hinweis auf „semikooperativ“^^) auf der Nemesis umzusetzen versuchten.

Man stelle sich vor… dunkle …. schlecht ausgeleuchtete Räume, undefinierbare blinkende Lichter, von diversen Monitoren und Gerätschaften, welche ein Raumschiff der Zukunft halt mit sich bringt…verdächtige Geräusche aus Gängen und Schächten…schwer erfüllbare Aufgaben….überlegene Feinde..….dagegen steht….. minimalistisches Equipment….. Im Falle des Wissenschaftlers eine Pistole mit 3 Mal Munition….. Da es aber nun kein Zurück gibt…..rollt (sitzend in einem Rollstuhl) der Wissenschaftler in den ersten Gang, mit der für ihn zweifelsfreien – wenn auch nicht ausgesprochenen – Strategie, sich den unzähligen Gefahren gemeinsam mit seinem Kameraden zu stellen. Zum besseren Verständnis…. Ein leicht verängstigter Mensch bewegt sich zaghaft und nur dank seines Gefährts auf einem metallenen Boden voran. Er hält plötzlich Inne. Hat er nicht soeben ein Kratzen in der einen dunklen Ecke des Korridors vernommen. So ein Kratzen, wie wenn Krallen auf einer metallenen Oberfläche sich versuchen festzuhalten! „Oh mein Gott! Ich glaube da vorne ist ETWAS! Nur gut, dass Du Deine Waffen dabei hast, Soldat! SOLDAT? HIIILLLFFFFEEEE!“ Der gesuchte, bis auf die Zähne bewaffnete Kämpfer reagiert sofort! Er sieht das Problem und den Menschen in Gefahr, prüft seine Waffen, legt sein Gewehr an uuunnnnddd…. geht in die andere Richtung….(Anmerkung: Wir streichen den Begriff „semikooperativ“ im Zusammenhang mit „Nemesis“!^^)

So – oder so ähnlich – hat sich die erste Spielrunde unseres jüngsten Abenteuers ereignet.

Aber zum Spiel selbst:

Das Setup geht flott von der Hand und auch die Spielaktionen und die einzelnen Spielphasen sind eigentlich intuitiv, einfach bzw. gut erklärt. Eine Kurzzusammenfassung, welche man einfach Step-by-Step durchgeht, ist sicher auch eine gute Ergänzung, zumindest bei den ersten Partien. Die einzelnen Mechanismen (Infizierung, Gegenbewegung, Kampf, etc.) und auch das Artwork greifen gut ineinander und vermitteln ein stimmungsvolles, beklemmendes fast schon hoffnungsloses Gefühl, dass unweigerlich an bekannte SF-Filme/Romane erinnert. Es sei nur so viel verraten: Es gibt wesentlich mehr Möglichkeiten das Spiel zu verlieren (aka. zu sterben) als zu gewinnen und wahrscheinlich ist es nicht ganz unklug zumindest einen Teil des Weges gemeinsam zu gehen…. (halt semikooperativ^^).

Spielspaß in Form dieses spannenden SF-Brettspiels bekommt man nicht alle Tage serviert und so kann man Awaken Realms ein großes Lob aussprechen zu ihrem Werk. Man versinkt förmlich in diese Spielwelt und ist oft versucht sich die Begegnungen und Situationen nach zu empfinden. Wenn es meiner Meinung etwas zum Beanstanden bei diesem Spiel gibt, dann vielleicht, dass nicht zwingend Miniaturen in Form der Protagonisten und der Aliens notwendig sind, da diese zwar natürlich super aussehen, aber nicht unbedingt das Flair oder die Stimmung verantworten. Dies geschieht hier meiner Meinung viel mehr mit dem Artwork der Karten, des Bretts und der Marker sowie natürlich mit der Spielmechanik und des Ressourcenmanagements. Auch finde ich die Größenverhältnisse der Miniaturen, unter dem Gesichtspunkt, dass man auf einem Raumschiff ist, vielleicht auch ein wenig Überzogen – für mich wäre hier weniger (alles Kartonmarker) fast mehr. Aber wie man sich hierbei schon denkt, ist das „Raunzen auf hohem Niveau“…..

Romans Perspektive, als Kämpfer für das Team:

Roman, Soldat und gescheiterter Held des Abends

Du erwachst aus dem Hyperschlaf und kotzt dir die Seele aus dem Leib. Der erste Gedanke: Endlich zuhause angekommen… die Erde… Schnell wird klar das etwas mit der Nemesis nicht stimmt. Spätestens als wir merkten, dass der Körper eines Zivilisten am Boden liegt. Der Brustkorb offen und der Rest entstellt bist aufs letzte. Keine Ahnung wer das wirklich war.

Die Notbeleuchtung ist an. Ich greife intuitiv zu meiner Waffe und überlege mir einen Plan. Ich muss zum Cockpit und überprüfen ob wir noch richtig sind. Ein scharren in Korridor 3…

So liebe Leute: Wann beginnt ein Horrorfilm mit richtig viel Klischee. Irgendwann kommt der Moment des „Wir müssen uns aufteilen“. Tja in Bernies Version beginnt der Film gleich mal so. Da blicke ich den Gang des Aufwachraums entlang und sehe einen selbstbewussten Rollstuhlfahrer davonfahren. Ohne jeglichem Kommentar. Selbst Professor X von den X-Men wäre nicht so schnell gewesen in seinem Gefährt. Bewaffnet mit einer Handwaffe, (oder ein Bürotacker) machte sich der kleine Laborheld auf den Weg, seinen eigenen Plan zu verfolgen. So schnell wie er wegrollte, so schnell verflog auch der Gedanke des kooperativen Spieles… in die unendliche Schwärze des Alls… den dort hört dich niemand schreien…

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Roman & Bernie

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